Das Posatryn - Verfahren

 
Sanierbare Schadensbilder
 
Undichte Rohrverbindungen
Gelinjektionsverfahren des Posatryn-Typs sind die ältesten Verfahren zur grabenlosen Sanierung 
punktueller Schäden im Abwasserkanal und seit rund 30 Jahren erfolgreich im Einsatz. 
Mit Posatryn lassen sich undichte Rohrverbindungen in einem Arbeitsgang auf Dichtheit prüfen und 
durch Injektion eines Zweikomponentengels abdichten.

Sanierbare Leitungen 

Das Posatryn-Verfahren ist in Kreisprofilrohren aller Materialien bei Hauptkanal-Nennweiten von DN 
100 bis DN 3000 einsetzbar.
Sanierbares Schadensbild
Randbedingungen und Vorarbeiten
Voraussetzung des Posatryn-Einsatzes ist die Zugänglichkeit der Haltung über zwei Kontrollschächte 
und ein hindernisfreies Rohr. 
Unmittelbar vor dem Einsatz ist das Rohr vor allem im Bereich der Schadstelle gründlich zu reinigen. 
Das Verfahren kann bei Trockenwetterabfluß in der Regel ohne Betriebsunterbrechung zum Einsatz 
kommen. 

Zeitaufwand
Der Zeitaufwand für eine Prüfung und Abdichtung nach dem Posatryn-Verfahren beträgt in nicht 
begehbaren Nennweiten zwischen15 und 30 Minuten . 
Bei Installation zerlegbarer Prüfsysteme in begehbaren Kanälen hängt der Zeitbedarf vom 
Montageaufwand und damit von den Umständen der Örtlichkeit ab. 

Sanierungswerkstoffe
Das Posatryn-System besteht aus einer TV-Kontrollkamera, einem expandierbaren Prüf- und 
Injektionspacker sowie einem Injektionsharz zur Abdichtung undichter Rohrverbindungen.

Der Sanierungspacker 
Prüfeinheit des Posatryn-Verfahrens ist in nicht begehbaren Nennweiten ein aufblasbarer Packer, 
der sich auf Rollen durch den Kanal ziehen lässt. 
Ab DN 1000 wird statt des mobilen Packers ein zerlegbares Muffenprüf- und Injektionsgerät aus 
mehreren Elementen installiert.
Sanierungspacker im Kanal

Sanierungswerkstoffe
  1. Das Gelsystem
    Das Injektionsmaterial steht, je nach Kundenwunsch, in zwei Varianten zur Verfügung: Ein einkomponentiges Material auf Polyurethanbasis für den Einsatz von DN 100 bis 800 (Scotch Gel 5610) und ein Zweikomponenten- Material auf Acrylharzbasis DN 100 bis 3000 (Plex 6803-O). Beide Werkstoffe verfügen über die Zulassung des DIBT Berlin und Zertifikate zum Beleg ihrer Umweltverträglichkeit.

  2. Acrylharz: Plex 6803-O
    PLEX 6803-O ist ein gelbildendes Injektionsmaterial auf Methacrylatbasis. Es ist frei von Acrylamid und Formaldehyd und wird zweikomponentig und wasserfrei geliefert. PLEX 6803-O ist nach Herstellerangaben das erste Injektionsmittel auf Methacrylatbasis, für das nach Prüfung und Bewertung durch das Deutsche Institut für Bautechnik, Berlin, keine Bedenken hinsichtlich der Umweltverträglichkeit bestehen.

  3. Polyurethanharz: Scotch Seal 5610
  4. Scotch Seal 5610 ist ein einkomponentiges, hydrophil eingestelltes Polyurethan-Prepolymer, das mit Wasser geliert. Während der Reaktion wird Wasser zu einer gelartigen Masse gebunden.
Sanierungsablauf
 
Vorbereitung des Packers
Der Prüf- und Injektionspacker wird auf Funktionstüchtigkeit getestet und dann an Druckschläuche für 
das Prüfmedium und das Injektionsgel angeschlossen. 

Einbau von Packer/Kamera
Der Prüf- und Injektionspacker und eine vorgekoppelte Kanal-TV-Kamera werden über den 
Revisionsschacht in die Haltung eingeschoben und von einer Winde zur ersten zu prüfenden Muffe 
gezogen.
Der Packer und seine Vorbereitung
Positionierung
Der Packer wird unter Kamerabeobachtung so positioniert, daß der Prüfraum exakt im Muffenbereich 
liegt. Der gesamte Prüf- und Injektionsvorgang wird vom Steuerstand des Sanierungsfahrzeuges aus 
überwacht und gesteuert.
Die Positionierung des Packers.
Dichtheitsprüfung
Der Packer wird aufgeblasen und der Prüfraum mit dem Prüfmedium (optional Luft oder Wasser) 
gemäß den Vorgaben der DIN EN 1610 beaufschlagt. Prüfdruckverlauf und Prüfergebnis werden 
meßtechnisch erfaßt und dokumentiert.
Dichtheitsprüfung nach dem Verpressen.
Abdichtung
Wird im Rahmen der Dichtheitsprüfung ein Druckverlust festgestellt, der außerhalb der zulässigen 
Toleranzen liegt, erfolgt im nächsten Arbeitsgang die Injektion eines Gelsystems, das durch die 
Rohrmuffe austritt, Hohlräume im Umfeld der Leckage füllt und dann aushärtet. Nach der Injektion 
wird der Sanierungserfolg durch eine erneute Druckprüfung dokumentiert.
Gegebenenfalls wird eine Abdichtung mit Posatryn vorgenommen.
 
Sanierungsergebnis
 
Die Reparatur durch Posatryn-Injektion stellt eine druckfeste, umweltverträgliche Abdichtung undichter 
Rohrverbindungen her. 
Die Haltbarkeit wird von der GSTT in ihrem GSTT-Info Nr. 1 mit "mindestens 5 Jahre" angegeben, 
dürfte aber in der Praxis meist deutlich höher liegen.

Quelle: Kanal-Müller-Gruppe / KMG


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Stand: 25. Februar 2001